Gefälschte Abrechnungen

Gefälschter Apothekenstempel: 479.000 Euro erbeutet

, Uhr
Berlin -

Am Landgericht Mannheim läuft derzeit ein Betrugsprozess gegen eine Versicherte. Sie soll mit einem gefälschten Apothekenstempel Rezepte zur Abrechnung eingereicht haben, die sie nie eingelöst hat. Knapp eine halbe Million Euro soll sie auf diese Weise erbeutet haben.

Zwischen Juni 2014 und Juli 2019 soll die Frau in einer Vielzahl von Einzelfällen Rechnungen über Arzneimittel zur Erstattung bei ihrer Krankenversicherung eingereicht haben. Für den angeblichen Bezug der teuren Medikamente zahlte die Beamtenkrankenkasse demnach rund 479.000 Euro.

Dabei habe sich die Frau die Verordnungen von verschiedenen Ärzten verschafft, sie aber nie in der Apotheke eingelöst. Stattdessen habe sie diese mit den für eine Erstattung erforderlichen handschriftlichen Ergänzungen und einem eigens hierfür im Internet bestellten Apothekenstempel versehen. Im Vertrauen auf die Richtigkeit der Angaben der Angeklagten sei dann jeweils eine Auszahlung durch die Versicherung erfolgt.

Der Ehemann der Angeklagten sei über das Bankkonto, auf das sämtliche Erstattungen erfolgt waren und das sich fast ausschließlich hieraus gespeist hatte, verfügungsberechtigt gewesen. Von April 2015 bis November 2018 seien im gegenseitigen Einvernehmen beider Angeklagter insgesamt 62.700 Euro auf sein Bankkonto überwiesen worden, wobei diesem bekannt gewesen sei, dass es sich bei den Geldern um die durch Täuschung erlangten Erstattungen der Krankenkasse gehandelt habe. Über die auf sein Konto überwiesenen Beträge habe er frei verfügen können und unter anderem einmal 10.000 Euro abgehoben.

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

Lesen Sie auch

APOTHEKE ADHOC Debatte